Was ist eigentlich Achtsamkeit und wozu ist das gut?

Die Achtsamkeitspraxis hat ihre Wurzeln im Buddhismus. Heute wird sie sowohl in der Meditation als auch im Alltag geübt und findet zudem in verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren Anwendung. Ziel ist es, mit Körper und Geist bewusst im gegenwärtigen Moment anzukommen und die eigenen Wahrnehmungen möglichst wertfrei zu beobachten. Auf diese Weise erlangt man eine innere Gelassenheit, die Stress reduziert und es kann sich positiv auf Konzentration und Kreativität auswirken.

Wie oft sollte man Achtamkeit üben?

Es gibt keine feste Regel dafür. Schon wenige Minuten können sinnvoll sein. Wichtiger als die Dauer ist die Regelmäßigkeit und dass Achtsamkeit zu deinem Alltag passt. Versuche, deine Gedanken auf die Gegenwart zu richten, wann immer dir danach ist. In der buddhistischen Tradition wird Achtsamkeit nicht nur in der Meditation, sondern auch bei alltäglichen Tätigkeiten geübt. Du kannst achtsam deinen Haushalt bewältigen, achtsam kochen, achtsam einem Hobby nachgehen. Viele Menschen nutzen Achtsamkeitsübungen auch als Bewältigungsstrategie (Skill), etwa bei Stress, Ängsten oder starker innerer Anspannung.

Konkrete Übung

  1. Wahrnehmen: Nimm deine Umgebung und deine innere Wahrnehmung bewusst mit allen fünf Sinnen wahr. Beobachte, ohne sofort zu bewerten oder etwas verändern zu wollen. (Sinne: sehen, hören, spüren, riechen, schmecken).
  2. Akzeptieren: Lass Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen zu, ohne sie als gut oder schlecht einzuordnen.
  3. Beschreiben: Beschreibe innerlich, möglichst sachlich was du wahrnimmst. Zum Beispiel: „Ich höre Vogelgezwitscher.“ oder „Ich bemerke Anspannung in meinen Schultern.“
  4. Teilnehmen: Im Hier und Jetzt bleiben, nicht in der Vergangenheit oder Zukunft abschweifen, bzw. den Fokus immer wieder in die Gegenwart zurück lenken. Dass deine Gedanken abschweifen, ist völlig normal und kein Zeichen des Scheiterns. Achtsamkeit besteht gerade darin, dies zu bemerken und den Fokus freundlich wieder in den gegenwärtigen Moment zurückzubringen.

Wichtig:

Einen achtsamen und akzeptierenden Umgang im Alltag ist Übungssache. Gleichzeitig kann es auch bei langer Übung vorkommen, dass es in besonderen Stresssituationen nicht gut gelingt. Das ist völlig normal. Gerade zu Beginn kann es vorkommen, dass bei der Achtsamkeit unangenehme Gedanken oder Gefühle stärker wahrgenommen werden. Das ist nicht ungewöhnlich. Wenn dich die Übungen überfordern oder belasten, pausiere sie.


Liebe Grüße
Tanja

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