Alternative Heilmethoden existieren schon seit Jahrzehnten und werden auch bei psychischen Erkrankungen gerne genutzt. Aktuell wartet man viele Monate auf einen Therapieplatz und selbst in Kliniken sind freie Plätze besonders in Ballungszentren eine Glücksache. Das ist der Grund für meine ehrenamtliche Arbeit hier auf der Webseite und auf Social Media. Besonders auf Social Media fällt mir auf, dass diverse Angebote zu alternativen Heilmethoden und Coachings boomen und es ist ein Grund, warum ich mich klar davon abgrenze und auf all meinen Kanälen vermerkt habe, dass ich keine Coachings anbiete und nichts verkaufe.
Alternative Heilmethoden und einige Coachings haben oft eine besondere Gemeinsamkeit: Sie kosten viel Geld. An dieser Stelle möchte ich auf den Podcast von Quarks Science Cops hinweisen. Die Moderatoren Jonathan Focke und Maximilian Doeckel befassen sich intensiv mit eben diesen Heilmethoden und gehen diesen auf den Grund. Sie erklären die Funktionsweise der Heilmethoden aus wissenschaftlicher Sicht und analysieren die jeweilige Studienlage. Es wäre Quatsch, jedes Thema hier nochmals genauer zu beleuchten und daher liste ich die bereits von den Science Cops beleuchteten Themen nachfolgend auf, die besonders im Bezug auf psychische Erkrankungen relevant sind.
– Webseite „Zentrum der Gesundheit“
– CBD ÖL
– Nahrungsergänzungsmittel
– Homeöopathie
– Antidepressiva
– Akupunktur
– Bachblüten
– Doterra / Duftöle
– Schüssler Salze
– Reiki Handauflegen
– Healing Humans
Was sind Coachings?
Die Berufsbezeichnung „Coach“ ist rechtlich nicht geschützt und jeder darf sich so nennen. Es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung. Wer therapieren darf, wird im Psychotherapeutengesetz und im Heilpraktikergesetz geregelt. Im psychiatrischen Bereich gibt es die sogenannten „Life-Coaches“, welche unterstützend und beraten im privaten Bereich wirken. Therapieren dürfen sie nur dann, wenn sie eine staatliche Erlaubnis zur Heilkunde nach dem Heilpraktikergesetz haben. Grundsätzlich richten sich Life-Coaches also erstmal an psychisch gesunde Menschen. Dennoch gibt es Coaches, die implizieren, heilen zu können, ohne es als solches zu benennen, um sich rechtlich nicht angreifbar zu machen. Genau deshalb ist es wichtig, hierüber aufzuklären.
Seriöse Angebote?
Es ist generell immer ratsam, die berufliche Vita des Coaches genauer zu betrachten. Als ich selbst auf der Suche nach Weiterbildungen war, die meine Tätigkeit als Genesungsbegleiter unterstützen, stieß ich auf zahlreiche Weiterbildungsangebote, die zwar AZAV zertifiziert waren, jedoch bei genauerer Betrachtung dennoch sehr unseriös wirkten. Die AZAV Zertifizierung belegt, dass der Anbieter wirtschaftlich arbeitet, ein System zur Qualitätssicherung hat und qualifiziertes Personal einsetzt. Es sagt nicht aus, ob der Inhalt der Ausbildung wissenschaftlich geprüft ist oder nicht. Es sind lediglich externe fachkundige Stellen notwendig. An der Stelle empfehle ich nochmal den Podcast von den Quarks Science Cops, denn hier wird deutlich, dass auch eine „fachkundige Stelle“ alles mögliche sein kann. Es ist also nicht einfach, einen wirklich seriösen Coach zu finden.
Unseriöse Coaches versprechen indirekt Heilung und schrecken nicht vor psychischen Erkrankungen zurück, trotz fehlender therapeutischer Ausbildung. Ich selbst arbeite als Genesungsbegleiterin in einer psychiatrischen Klinik auf einer Akutstation und stelle in meinem Arbeitsalltag immer wieder fest, wie vorsichtig ich in den Gesprächen sein muss, um die Patientin nicht zu destabilisieren. Ein Coaching kann bei vorliegenden psychischen Erkrankungen gefährlich sein.
Passt auf euch auf.
Liebe Grüße
Tanja
Quellen:
– Als Coach selbstständig machen – Rechtliches | eRecht24
– Life-Coaching und Selbstoptimierung: Trend auf dem Prüfstand
– Was bedeutet AZAV? Informationen und Erklärungen
